Fastentuch im Kolumbarium St. Konrad in Marl

 

Ein Kunstwerk mit besonderer spiritueller Tiefe hat seinen festen Ort gefunden: Das preisgekrönte Fastentuch der Künstlerin Dorothee Aschoff ist seit Palmsonntag im Kolumbarium St. Konrad in Marl installiert. „Dank eines großzügigen Sponsors konnten wir das Werk erwerben, das nun jedes Jahr von Aschermittwoch bis Pfingsten das Kreuz verhüllen und den Kirchenraum prägen wird“, berichtet Pastoralreferent Wilhelm Heek. Es schaffe einen neuen Bezug zwischen künstlerischer Tradition und liturgischem Raum.

 

 

Der Weg des Fastentuchs nach Marl reicht fast zehn Jahre zurück. Damals besuchte Heek gemeinsam mit Ehrenamtlichen der Caritas die Kunstkirche Pax Christi in Krefeld. Dort entdeckten sie das beeindruckende Werk Aschoffs. Wenige Jahre später begegnete Ulrich Müller, Pfarrer in St. Franziskus, dem Fastentuch erneut während eines Aufenthalts in der Abtei Marienstatt im Westerwald. Im Gespräch entstand die Idee einer einmaligen Leihgabe. So kam das Tuch 2019 nach St. Konrad und fand dort sofort große Resonanz. Auch die Künstlerin selbst zeigte sich tief berührt, denn erstmals verhüllte ihr Werk ein Kreuz, was dem Tuch eine neue liturgische Dimension verlieh.

Das Fastentuch Aschoffs ist kein klassisches Verhüllungstuch. Es verbindet Leid und Hoffnung, Passion und Auferstehung – passend zum Charakter eines Kolumbariums, das ein Ort des Abschieds, aber zugleich der christlichen Hoffnung ist.

Drei transparente Stoffbahnen in dunkler Aschefarbe, in erdigen Tönen und in hellem Weiß erzeugen eine gestaffelte Bildtiefe. Sie bilden den Leidensweg Jesu Christi in drei Ebenen ab: Tod am Kreuz, Grablegung und Auferstehung. Die Verwendung von Transparenz und Chiffon ermöglicht es, sowohl die einzelnen Stationen als auch deren Gesamtheit gleichzeitig wahrzunehmen. Die Gestaltung greift die Form der Mandorla auf, die in der christlichen Ikonographie als Zeichen einer verborgenen göttlichen Wirklichkeit steht.

„Das Tuch führt den Blick weg von der Oberfläche in die Tiefe und eröffnet Raum für individuelle Assoziationen“, erläutert Heek. Diese fallen sehr unterschiedlich aus: Manche meinen ein Samenkorn zu erkennen, andere Gesichtszüge. Die Reaktionen reichen von tröstend bis irritiert und machen das Werk zu einem intensiven spirituellen Impuls.

Bereits 2012 wurde Aschoffs Entwurf im Rahmen des renommierten Wettbewerbs „ars liturgica“ ausgezeichnet. Der Kunstverein im Bistum Essen e. V. in Kooperation mit dem Deutschen Liturgischen Institut Trier und der Ruhr-Universität Bochum hatte dazu eingeladen, Fastentücher für die heutige Zeit neu zu denken. Aus 51 Einsendungen ging Aschoff als eine der drei Preisträgerinnen hervor. Ihr Konzept überzeugte durch die Verbindung von Transparenz, Mehrschichtigkeit und einer theologisch wie künstlerisch dichten Symbolik.

„Kunst braucht einen Ort. Den haben wir hier gefunden“, sagt Heek und freut sich, dass das Werk nun an einem Platz verbleibt, an dem Menschen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen und Emotionen aufeinandertreffen. Das Kolumbarium St. Konrad bildet für dieses außergewöhnliche Fastentuch einen passenden Rahmen – ein Raum, in dem seit 20 Jahren Trauer, Trost, Hoffnung und Auferstehung miteinander verwoben sind.

Kooperationen mit Thomas Maria Stoehr

2024 & 2025, Neustadt an der Weinstraße, Deidesheim, Landau

„lenzblaublinken“
„lichtleichtfließend“
„winterweichwärmend I“

Emotion on Wheels

The Wundercar Collection

 

„Die Begeisterung für schöne Autos und den Motorsport allgemein habe ich meinem älteren Bruder zu verdanken. Als Entwicklungsingenieur arbeitete er mit seinem besten Freund häufig bis in die Nacht an der Weiterentwicklung von Lösungen im automobilem Sektor. Die Verbindung vom Streben nach technischer Perfektion und unverwechsel- barem Design – zu einem Ganzen – das hat mich schon immer angesprochen und mich fasziniert.

Vor zwei Jahren kam ich auf Einladung eines guten Freundes zum Internationalem Concours d`Elegance in Schwetzingen. Was soll ich sagen, es war wieder da, die Begeisterung, dieses Gefühl der Freiheit, die unser Leben auch haben kann, Autos ohne Verdeck, die Verbindung des Reisenden mit dem Außen, der Natur, alle Sinne sind angesprochen …… und die Erfahrung, dass besondere Gegenstände nicht nur funktional sind, sondern gleichzeitig voller Schönheit! Besonders aufgefallen ist mir die Sammlung „Wundercar“ von Dr. Zschocke, eine einmalige Hommage an das Automobil. Der Künstler Heiner Meyer gestaltete eines der fünf Autos ganz besonders – den NEW HORIZON. Damit wird das Auto zur Leinwand und transportiert Kunst in den Alltag. Kunst wird mobil und verlässt das museale Umfeld und macht Kunst für jeden erlebbar.

Als Bildhauerin und Malerin hat es mich schon immer fasziniert, Geschwindigkeit darzustellen, Dynamik – wie kann ich Bewegung in einer zweidimensionalen Bild sichtbar machen? Darüber habe ich lange nachgedacht. Was eignet sich besser dazu als die Reifen, die Felgen, die Speichen eines Autos. Wir alle kennen den Effekt, dass eine Radfelge, die sich mit mehr als 16 Umdrehungen pro Sekunde dreht, vom menschlichen Auge nicht mehr als reales Objekt wahrgenommen werden kann, sondern zum stehenden Abbild wird. Es scheint plötzlich still zu stehen. Gleichzeitig ändert es Farbe und Struktur und nimmt eine universelle Gestalt an, die alle unterschiedlichen Reifen, Felgen und Speichen eint. Und als Besonderheit – macht es nicht ganz so viele Umdrehungen, dreht es sich für den Betrachter sogar rückwärts!

Dabei reflektiert die rotierende Felge, die Spei- chen die Umgebung, verwirbeln sie und machen aus Licht und Farbe ein neues Bild – eine Trans- formation. Es ist alles da und trotzdem neu und gleichzeitig bekannt – und leicht und unbeschwert. Ein Gefühl nach dem wir uns alle sehnen …“

Dorothée Aschoff

 

Flyer zur Ausstellung (PDF)

„Rotblaubraune Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

„Blauweißorange Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

„Grünweißrotbraune Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

„Weißblaugrünbraune Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

„Braunweißblaue Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

„Blauweißrotgrüne Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

„Rotorangegrüne Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

„Rotorangegelbe Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

„Orangenrotgelbe Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

„Blauorange Räder“ | Oil on canvas | 2021 | 24 x 30 cm

Abendmahltisch und Osterkerzenhalter

2014 & 2021, Stiftskirche, Neustadt an der Weinstraße

„bergend“

2002, Glasfenster Raum der Stille, St. Heinrich, Hannover